Wallerangeln
Einführung
Das Wallerangeln (Europäischer Wels, Silurus glanis) gehört zu den spannendsten und kraftintensivsten Formen der Binnenfischerei. Der Wels ist der größte heimische Süßwasserfisch Europas, kann über 2 m Länge erreichen und verlangt dem Angler sowohl körperlich als auch technisch einiges ab. Erfolgreiches Wallerangeln kombiniert Wissen über Gewässer, Verhalten, Köderführung und Sicherheit.
Lebensraum und Verhalten
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Standorte: tiefe Gumpen, Buhnenfelder, Altarme, überhängende Bäume, Steinpackungen
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Aktivitätszeiten: besonders dämmerungs- und nachtaktiv
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Beuteverhalten: Welse sind Opportunisten – sie fressen Fische, Krebse, Frösche, Aas und gelegentlich Kleinsäuger
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Jahreszeiten:
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Frühjahr: flache, sich erwärmende Bereiche
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Sommer: aktiv in der Nacht, tagsüber tief
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Herbst: Fressphase, sehr gute Fangzeit
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Winter: tiefe Löcher, langsamer Stoffwechsel
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Ausrüstung
Ruten & Rollen
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Ruten: 2,70–3,00 m, Wurfgewicht 200–400 g
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Rollen: robuste Stationär- oder Multirollen mit hoher Bremskraft
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Schnur: geflochten, 0,40–0,60 mm, Tragkraft 40–70 kg
Montagen
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Grundmontage: schwere Bleie, Abrissmontage, Steinmontage
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Boje: Köderfisch wird über eine Boje in Position gehalten
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U Pose: Köder wird schwebend über Grund präsentiert
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Vertikalangeln: direkt unter dem Boot, sehr effektiv
Haken & Vorfächer
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Haken: 6/0–10/0, extrem stabil
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Vorfächer: 1,0–1,2 mm Monofil oder Kevlar
Köder
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Natürliche Köder:
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Köderfisch (lebend oder tot, je nach Gesetz)
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Tauwurmbündel
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Tintenfischstücke
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Leber oder andere stark riechende Köder
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Kunstköder:
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große Gummifische
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Wobbler
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Vertikalköder
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Fangmethoden
Grundangeln
Die klassische Methode: schweres Blei, Köder am Grund, lange Wartezeiten – aber sehr zuverlässig.
Boje
Der Köder wird über eine Boje fixiert und schwebt verführerisch im Wasser. Ideal für Flüsse und große Seen.
U Pose
Der Köder wird durch eine Unterwasserpose angehoben und bewegt sich leicht – extrem reizvoll für Welse.
Spinnfischen
Aktive Methode mit großen Kunstködern. Besonders erfolgreich in warmen Monaten.
Vertikalangeln
Vom Boot aus direkt unter dem Angler. Sehr effektiv, wenn Welse tief stehen.
Drill und Landung
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Drill: kraftvoll, oft lang – Bremse sauber einstellen
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Landung: per Handschuhgriff (Wallergriff) oder großer Kescher
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Sicherheit: Welse sind stark – Finger, Hände und Unterarme schützen
Gesetzliche Aspekte
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Schonzeiten und Mindestmaße beachten
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Lebender Köderfisch ist in vielen Bundesländern verboten
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Nachtangelregelungen prüfen
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Fangdokumentation führen (z. B. Länge, Gewicht, Köder, Uhrzeit)
Nachhaltigkeit und Ethik
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Respektvoller Umgang mit dem Fisch
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Sinnvolle Entnahme oder schonendes Zurücksetzen
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Keine unnötigen Experimente mit überlangen Drills
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Müllvermeidung am Gewässer
Fazit
Wallerangeln ist eine der intensivsten und faszinierendsten Angelarten. Mit der richtigen Ausrüstung, Gewässerkenntnis und einer Portion Geduld lassen sich beeindruckende Fänge erzielen. Gleichzeitig erfordert es Verantwortung, Respekt vor dem Fisch und ein Bewusstsein für Sicherheit und Gesetzgebung.
„Beim Wallerangeln zählt nicht der Zufall, sondern der Mut, dorthin zu werfen, wo andere nicht einmal hinschauen.“
Christian B.
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